Wund-er-punkt Kommunikation
Eine chronische Wunde ist niemals nur ein klinischer Defekt – sie ist ein hochemotionales Ereignis. Während Patienten oft unter Scham, sozialem Rückzug und dem Gefühl der „Unreinheit“ leiden, stehen Pflegende, Wundexperten und Ärzte vor einer ganz anderen Herausforderung: Wie gehe ich professionell mit intensivem Geruch, dem Anblick von Exsudat oder der eigenen emotionalen Belastung um?
Unsere Körpersprache verrät uns oft, bevor wir das erste Wort gesprochen haben. Ein kurzes Naserümpfen, ein minimales Zurückweichen oder gepresste Lippen können die zerbrechliche Vertrauensbeziehung zum Patienten im Kern erschüttern.
Wir verlassen die technische Ebene der reinen Wundversorgung und widmen uns der „Psychologie hinter dem Wundmanagement“. Sie lernen, wie Sie Ihre eigene Mimik und Gestik steuern können, um Sicherheit auszustrahlen – auch wenn die Situation innerlich herausfordernd ist. Gleichzeitig schärfen wir den Blick für die nonverbalen Signale Ihrer Patienten, um Schmerz und Scham frühzeitig zu erkennen und professionell zu kommunizieren.
Zielgruppe: Gesundheitspersonal, Pflegende, Praxisanleitende, Ärzte, therapeutische Berufe, Hygiene-Fachkräfte, Wundexperten, Palliativ-Fachkräfte.
Dauer: 1 Tag (8 Std.) | Teilnehmeranzahl: max. 15 Teilnehmer.
Inhalte: Ekel, Scham, Angst – warum wir fühlen, was wir fühlen, und wie wir professionelle Distanz wahren, ohne unnahbar zu wirken; Wahrnehmen, Entschlüsseln, Interpretieren von Körpersprache-Signalen; gezieltes Training der eigenen Wirkung von Mimik und Gestik für eine vertrauensvolle Patientenbindung (Impact-Training); Empathie ohne Selbstaufgabe – Strategien zur Psychohygiene bei Stress und zum Selbstschutz sowie die Bedeutung von Impathie; empathische Kommunikation zwischen Patient und Pflegefachkraft; wie Pflegende das Thema „Ekel“ offen ansprechen und Schülern sowie Patienten die Berührungsangst nehmen (Resonanztechniken).
Lernziele: Das Seminar dient als Reflexion Ihrer Emotionen bei der täglichen Arbeit in der Wundversorgung von Patienten. Sie kehren mit einem gestärkten „emotionalen Werkzeugkoffer“ in Ihren Arbeitsalltag zurück, gewinnen an Souveränität, fördern die Compliance Ihrer Patienten und schützt Sie selbst wirksam vor emotionaler Erschöpfung.
Kosten: bitte anfragen.